"Bäumiges" Projekt erfolgreich angelaufen

Vor Jahresfrist stimmten die Vereinsmitglieder der Umweltgruppe Hindelbank dem "Projekt "Hindelbaum" zu, dies ein Vorhaben, wonach längs an Strassen und Gewässern am Dorfrand schliesslich gegen 300 Bäume gepflanzt werden sollen.
Der Fonds "Landschaft Schweiz" unterstützt die Pflanzaktion mit namhaften
Beiträgen. Die erste Etappe des Projekts ist nun realisiert: 26 Bäume säumen
die Burgdorfstrasse am Dorfeingang

Ideenträger und Initiant der ganzen Aktion ist Martin Bachmann. Nach
umfangreichen Abklärungen und erfolgreichen Verhandlungen mit Behörden und
Landbesitzern ist nun eine Gruppe Freiwilliger mit Spaten, Schlägel und
Giesskanne am Werk. Für die Tranche von 104 Bäumen in Hindelbank sind vom
"Fonds Landschaft Schweiz" 44'000 Franken zugesichert worden. Die Umweltgruppe leistet einen Beitrag von 15'000 Franken. Der Rest wird mit Sponsorengeldern zu decken sein.

Die Pflanzaktion in Hindelbank ist in guter Gesellschaft. Die seit 2006 vom Bund lancierte Kampagne hat inzwischen 49 Alleenprojekte in 13 Kantonen ausgelöst.
1,7 Millionen Franken werden dafür eingesetzt, unter anderem in den
Kantonen Zürich, Schwyz, Aargau und Bern. Auch historische Stätten sollen
durch neuen Baumwuchs bereichert werden, so das Schloss Oberdiessbach oder das Kartäuserkloster Valsainte FR.
Landschaften werden vielfach sehr dominant durch Baumreihen entlang von
Verkehrswegen und Gewässern geprägt. Alleen verleihen der Landschaft Tiefe,
indem sie das Auge in die Perspektive führen. Sie verbinden isolierte
Naturräume und bieten Säugetieren, Insekten und Vögeln Unterschlupf.

 


Man könne natürlich nicht mit den Prachtstrassen Champs-Elysés Paris oder
"Unter den Linden" Berlin gleichziehen, waren sich die Helfer der
Pflanzarbeiten einig. Dennoch wurde bei der Auswahl der Baumsorten auf
Robustheit und Langlebigkeit geachtet.
An der Burgdorfstrasse stehen jetzt abwechslungsweise Elsbeere, Vogelbeere (Eberesche) und Mehlbeere. Landläufig stelle man sich stets unter diesen Pflanzengattungen Sträucher vor, meinte Umweltfachmann Samuel Bachmann, Hier seien es aber im Endstadium stattliche Bäume, die zwischen 15 und 30 Meter hoch werden können.
Alle drei Arten gehören zu den Kernobstgewächsen, somit ist die Namensgebung eigentlich unzutreffend, im botanischen Sinn sind die Früchte keine Beeren, sonderngleichen Aepfeln oder Birnen, wenn auch deutlich weniger gross.
Bedürfnisse der Oekologie waren ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der
Jungbäume. So ist die Eberesche beispielsweise Futterpflanze für Dutzende von
Säugetieren und Insektenarten. Als Nutzer der Früchte sind über sechzig Vogel-
und zwanzig Säugetierarten festgestellt, bei uns vor allem Rotkehlchen,
Kleiber (Spechtmeise), Gimpel (Dompfaff), Fuchs und Dachs. Die Samen der
Eberesche werden unverdaut wieder ausgeschieden, so ist die Verbreitung des
Baumes sichergestellt. Ueberdies sollen laut Kräuterpfarrer Künzle Vogelbeeren
bei Heiserkeit wertvolle Dienste leisten.
Bei der nächsten Pflanzaktion wird der Holzmühleweg mit vierzig Linden
gesäumt. Also doch ein bisschen Berlin...

(Zeitungsbericht von Otto Hofer)