Was sind invasive Neophyten?
Invasive Neophyten sind gebietsfremde, nach dem Jahr 1500 (Entdeckung Amerikas) aufgetretene, wildlebende Pflanzenarten, die leicht verwildern und sich effizient ausbreiten.
Durch das Fehlen der natürlichen Feinde, ergeben sich Konkurrenzvorteile gegenüber der einheimischen, standorttypischen Pflanzenarten, die so verdrängt werden. Gebietsweise können so beträchtliche naturschützerische Schäden entstehen.

Einzelne Neophytenarten stellen auch ein gesundheitliches Risiko dar, so kann z. B. der Hautkontakt mit dem Riesen-Bärenklau schwere Verbrennungen hervorrufen, oder können die Pollen des Traubenkrautes starke Allergien auslösen.

Folgende Neophytenarten gehören zu den grössten Problemverursachern in der Schweiz und sind daher auch auf der sogenannten Schwarzen Liste (siehe unten) aufgeführt:

Kanadische und Spätblühende Goldrute
Sommerflieder
Riesen-Bärenklau
Japanischer Staudenknöterich
Drüsiges Springkraut
Traubenkraut (Ambrosie)


Das Ausmass der Verschleppung von Tier- und Pflanzenarten ist heute so gross wie nie zuvor und deren Ausbreitung gilt weltweit als zweitwichtigste (neben der Lebensraumzerstörung) Ursache für das Artensterben.


Welche Arten sind wo in der Gemeinde Hindelbank anzutreffen?

Am weitesten verbreiten in unserer Gemeinde konnten sich bisher die beiden Goldruten-Arten.

Die Kanadische Goldrute kann sich überall dort ansiedeln, wo keine regel-mässige Mahd stattfindet, beispielsweise an Weg- und Waldrändern, Strassen- und Bahnböschungen, Kiesflächen und Krautsäumen. Standorte die für die heimische Flora und Fauna von grosser Bedeutung sind.
Die ähnlich aussehende Spätblühende Goldrute bevorzugt in der Regel etwas feuchtere und frischere Standorte und kann dort extrem dichte Bestände bilden.
Beide Arten sind in Hindelbank hauptsächlich entlang der SBB-Bahnböschungen und im Kiesgrubenareal der Firma Hofstetter zu finden. Vor allem die Kanadische Goldrute wächst jedoch nach wie vor häufig in Privatgärten und samt von dort auch in Buntbrachen und auf kleinere Kiesplätze im Dorf ab.

Vom Japanischen Staudenknöterich konnte bisher nur eine einzelne Pflanze beim Schlossweiher gefunden werden. Bei dieser Pflanze ist speziell auf neu auftretende Vorkommen zu achten , da grössere Bestände mechanisch kaum mehr zu bekämpfen sind.

Was kann dagegen unternommen werden?

In Zusammenarbeit mit der Firma Hofstetter organisierte die Stiftung Landschaft und Kies diesen August einen freiwilligen Pflegeeinsatz mit der Jägerschaft der Region Burgdorf , um die Goldrutenbestände im Grubenareal zu bekämpfen. Bereits seit längerer Zeit bemüht sich die Umweltgruppe Hindelbank (UGH) das an die Grube grenzende Naturschutzgebiet Bärmatten von Goldruten freizuhalten.
Das Engagement der SBB bezüglich der Neophytenbekämpfung lässt zumindest auf unserem Gemeindegebiet bisher zu wünschen übrig, doch müssten auch hier dringend Massnahmen getroffen werden, will man die Goldrute grossräumig verdrängen.
Wer Kanadische Goldruten in seinem Garten hat sollte diese nicht absamen lassen, denn die mikroskopisch kleinen Samen können durch den Wind über weite Strecken verfrachtet werden. Am besten man schneidet die Blütenstände gleich nach der Blüte ab und entsorgt diese im Hauskehricht.
Selbes gilt übrigens für den Sommerflieder (Buddleja), der auch bereits auf der Schwarzen Liste aufgeführt ist weil er in etlichen Regionen für Probleme sorgt. In Hindelbank ist er bis jetzt erst am Sagibach aufgetaucht.

Weiterführende Infos auf folgenden Internetseiten:

http://www.cps-skew.ch (auf dieser Seite ist die Schwarze Liste zu finden)
http://www.naturschutz.zh.ch
http://www.neophyten.de (besonders ausführlich!)