Einweihung erweitertes Naturschutzgebiet "Bärmatten"

Die Stiftung BUFO (Sitz in Hindelbank), die sich für Erhaltung und Förderung wichtiger Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere einsetzt, hat im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier zu Geländebesichtigung und Apéro eingeladen.

Aufmerksames Publikum, darunter Martin Bachmann

Es sei Anlass zu Freude und Dankbarkeit, dass man das Projekt "Erweitertes Naturschutzgebiet Bärmatten" endlich habe realisieren können, wandte sich eingangs Stiftungspräsident Martin Bachmann an die recht zahlreich erschienenen Anwesenden. Seit Jahren habe man Verhandlungen geführt und Absprachen mit Landbesitzern, Umweltsachverständigen und Behörden getroffen.
Einzigartig auch an der Entstehungsgeschichte dieses erweiterten Biotops, dass sogar die Streckenführung der neuen SBB-Linie Mattstetten-Rothrist in der Planungsphase zugunsten des Naturreservats verschoben wurde. Der Stiftungsname BUFO sei vielleicht nicht allen Anwesenden geläufig, meinte Bachmann, die Bezeichnung erinnere an den lateinischen Namen "bufo calamita"
für die Kreuzkröte, die zu den Pionierarten unter den dortigen Amphibien gehört und sich bereits zahlreich im Biotop blicken und vor allem auch hören lässt.

Kreuzkröte, ein Besiedlungspionier  

Die BUFO hat ihren Beginn im Jahre 1992. Im Schlammbecken des Kiesabbau- areals der Firma Hofstetter AG, dies zwischen Autobahn und Nordrand Dorf, hat sich im Verlaufe der Zeit ein Biotop mit Schilf- und Rohrkolbengürtel gebildet, das zunehmend zum Brut- und Durchgangsplatz für seltene Vogelarten geworden ist. Bereits seit 1989 gilt dieses Areal als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und figuriert im einschlägigen Inventar.
Mit Regierungsratsbeschluss vom April 03 wurde das ehemalige Schlammbecken unter Schutz gestellt. Das angrenzende Gebiet aber sollte wegen Nichtgebrauchs durch die Firma Hofstetter AG ab Sommer 02 rekultiviert und dem Grundeigentümer, Daniel Niklaus, zur landwirtschaftlichen Nutzung übergeben werden. Um den Biotop-Zustand zu erhalten, suchte man die Lösung mit Landkauf und einer gleichzeitigen Stiftungs-Gründung. Seit Nov. 04 ist die Stiftung BUFO als Besitzer des erweiterten Naturschutzgebietes im Handelsregister eingetragen. Es bedurfte aber noch vieler Verhandlungen und Absprachen, z.B. wegen Neuparzellierung, Bittstellungen um Unterstützungsgelder beim BUWAL und Lotteriefonds, es ging weiter um Einreichen von Plänen für Pflege- und Gestaltungsvorhaben, um Kontakte mit allen Betroffenen und Interessierten.

Idealer Zustand: Tümpel, karge Bodenbedeckung

Es wäre ohne Entgegenkommen von Landbesitzer und Kiesgrubenbetreiber nicht möglich gewesen, das Ziel zu erreichen, führte Bachmann aus. Es bewahrheite sich auch hier das geflügelte Wort: Gut Ding will Weile haben.
Auf der Besichtigungstour, geführt durch Samuel Bachmann, dipl.
Umweltfachmann, bekam der Besucher Einblick in das Werden und Wachsen, aber auch in die ständigen Unterhaltsarbeiten und Ueberwachungsmassnahmen.
Schlammbecken und Tümpel können mit einem Röhrensystem nach Bedarf mit Wasser versorgt werden, wohl die einzige derartige Anlage im Kanton Bern.
Aus Sicherheitsgründen (Einsinkgefahr) wird das ganze Gebiet noch eingezäunt. Ungehinderter Wildwuchs ist letztlich auch nicht erwünscht, man hält sich stets bereit zu mähen und zu jäten. Schottische Hochlandrinder und Wollschweine sorgen zeitweise für eine gezielte Abweidung. Unerwünschte Pflanzen sind Robinien, Goldrute und Sommerflieder, die das Gleichgewicht stören.

Künstliche Nistgelegenheit für Uferschwalben (Brutröhren)

In einem Beobachtungsjahr konnten 89 verschiedene Vogelarten, meist als Gastvögel, ausgemacht werden, 20 Libellen- und 18 Schmetterlingsarten sind präsent. Die Kreuzkröte, ein typischer Pioniersiedler, ist bereits durch intensive Laichtätigkeit aufgefallen. Sorgfalt für den Erhalt dieses Natur-Kleinods bleibt die Daueraufgabe aller. Apropos Sorgfalt: Weil ein Regenpfeifer sein Bodennest ausgerechnet mitten auf der Camion-Zufahrtspiste der Firma Hofstetter eingerichtet hatte, wurde der Lastwagenverkehr während drei Wochen auf einen anderen Zugang umgeleitet!

Ein ausgedienter Viehtransporter als Beobachtungsposten

Die Freude über das, was nun kreucht und fleucht, wächst und blüht, ist grosse Entschädigung für die umfangreichen Vorarbeiten und das jetzige ständige Ueberwachen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Biotop wegweisend für weitere Vorhaben anderswo wird.