Vorgeschichte Motto: «Nid nahlah gwinnt!»

Am Anfang der Gründung der Stiftung Bufo steht im Frühjahr 1992 die Beobachtung eines Rotschenkels und eines Flussregenpfeifers durch Samuel Bachmann am Schlammbecken der Kiesgrube Hindelbank. Ab nun werden fast täglich Beobachtungsgänge ans Schlammbecken unternommen.
Das Sedimentationsbecken der Kiesgrube Hofstetter in Hindelbank erweist sich in den folgenden Jahren als Limikolenrastplatz von regionaler Bedeutung mit dem Nachweis von bis heute 19 Limikolenarten.

Foto vom Flussregenpfeifer aus dem Ruderalstandort

Zunehmend gewinnt das Biotop mit seine umgeben den Schilf und Rohrkolbengürtel auch Bedeutung als Brutplatz. Unter anderem brüten regelmässig Wasserralle, Zwergtaucher und Flussregenpfeifer (Rote Liste Arten).
Wir erfahren, dass das Schlammbecken mit seinen Tümpeln seit 1989 als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung inventarisiert ist (Objekt-Nr. BE 199). Seit ca. 1992 werden regelmässig Libellenzählungen durchgeführt, wobei bis heute über 20 Arten nachgewiesen sind.
Die Verantwortlichen der Firma Hofstetter unterstützen bereitwillig unsere Bemühungen die Artenreiche Flora und Fauna im Gruben- und Schlammbeckenareal zu schützen. So werden unter anderem im Gelegebereich des Flussregenpfeifers während dessen Brutzeit alle Arbeiten eingestellt.
Mit dem Neubau der SBB-Bahnstrecke Mattstetten-Rothrist muss die Autobahn in Hindelbank nach Süden verlegt werden. «Unser Biotop» Schlammbecken mit seiner faunistischen Vielfalt soll zugeschüttet und rekultiviert werden!

Neuster Libellen-Fund im Feuchtbiotop:
Die gemeine Winterlibelle
 

Im November 1994 gelangen wir mit einem Hilferuf an den Schweizerischen Vogelschutz (SVS) in Zürich. Unser Antrag, das Gebiet unter Schutz zu stellen, wird vom SVS an die Vogelwarte Sempach, an den Vorstand der Berner Ala, an das Kantonale Jagdinspektorat und an das Kantonale Naturschutzinspektorat (NSI) weitergeleitet. Mit der Unterstützung der genannten Institutionen erreicht das NSI bei SBB und Autobahnamt eine Projektänderung, so dass das Schlammbecken erhalten werden kann. Das NSI sichert den Schutz des Gebietes durch einen Vertrag mit dem Grundeigentümer Herrn Niklaus Daniel. Mit Regierungsratsbeschluss vom 30.4.03 wird das ehemalige Schlammbecken als Naturschutzgebiet (NSG) Bärmatte unter Schutz gestellt und mit einem Jagdverbot belegt.

Häufig am Ufer anzutreffen Wasserfrösche

Im Sommer 02 erfahren wir, dass das Kiesgrubenareal von ca. 1,3 Hektaren mit seinen Ruderalflächen und Tümpeln von der Firma Hofstetter nicht mehr benötigt wird, rekultiviert werden soll und an den Grundeigentümer zur landwirtschaftlichen Nutzung zurückgeführt werden soll.
Das NSI sieht wegen Sparmassnahmen keine Möglichkeiten, das Schutzgebiet auf die angrenzende Ruderalfläche und Tümpel auszudehnen.
Unsere Abklärungen zeigen, dass durch eine Gründung einer Stiftung mit Landkauf das NSG Bärmatten am «schnellsten» um die erwähnte Ruderalfläche erweitert werden kann und langfristig gesichert werden kann.
Herr Niklaus Daniel, Grundeigentümer und die Firma Hofstetter, Pächterin des fraglichen Areals sind unserem Vorhaben wohlgesinnt und sind bereit, Hand zu bieten, für eine Lösung, die das NSG Bärmatten definitiv sichert und eine Erweiterung um die erwähnten Ruderalflächen zulässt.

Eine der zwei neuen Informationstafeln, an der Grenze zwischen Ruderalstandort und Feuchtbiotop

Gründung der Stiftung

Das Vorhaben eine Stiftung zu errichten mit dem Ziel, durch Landkauf das NSG Bärmatten langfristig zu sichern und zu erweitern, erweist sich als langwierig und beschwerlich.
Herr Geissbühler, Treuhänder in Langenthal, übernimmt Vorabklärungen betreffend Stiftungsgründung und Steuerbefreiung zugunsten der Stiftung (Juli 03).
Mit Herrn Hofer Peter, Pfäffli Benjamin und Spichiger Jean-Pierre finden wir engagierte Naturschützer, die bereit sind, mit uns die Stiftung zu realisieren.
Herr Ruckstuhl, Notar in Langenthal, der uns von Herrn Geissbühler empfohlen wird, übernimmt nun die weitere Stiftungsgründung und Kaufverhandlungen. Im Oktober 03 wird ein erster Stiftungsurkundenentwurf ans Amt für Stiftung eingereicht. Bald müssen wir erkennen, dass wegen der bestehenden Eigentumsverhältnisse, Nutzungsvereinbarungen, gesetzlichen Grundlagen und Obliegenheiten ein komplizierter, steiler und kurvenreicher Weg zur Erreichung des Stiftungszieles «Landkauf» vor uns liegt.

• Das zu kaufende Landstück ist mit Nutzungsvereinbarungen zwischen Firma mHofstetter und Grundeigentümer Herr Niklaus Daniel bis ins Jahr 2017 belegt. mZwischen ihnen müssen betreffend Abgeltung und Nutzung neue Verträge mabgeschlossen werden.
• Die Parzelle liegt teilweise in der Landwirtschaftszone, in der Gewerbezone und mneu in einer Naturschutzzone. Die Parzelle ist damit dem bäuerlichen mBodenrecht unterstellt, es gilt das Realteilungs- und Zerstückelungsverbot und mes bestehen Rekultivierungspflichten.
mNach mühsamen Abklärungen und Rückfragen bekommen wir die Zusicherung,
mdass zum Landerwerb die nötigen Bewilligungen erteilt werden können, so dass mwir die Stiftungsgründung wagen können.
• Am 26.11.04 wird die Stiftung Bufo (lateinische Bezeichnung für Kröte) xgegründet, mit Eintrag im Handelsregister.

Blütenpracht am Damm zur Autobahn: Der Wundklee


Das erste Stiftungsjahr

• Ab dem 21.1.05 wird unsere Stiftung im Verzeichnis für gemeinnützige xStiftungen aufgenommen.
• Am 11.1.05 müssen wir unsere Stiftung bei der AHV anmelden, da wir, sollten xwir Personal einstellen AHV-pflichtig sind.
• Mit der Gemeinde Hindelbank muss eine neue Parzellierung der Gemeindewege
xausgehandelt werden (Begehung am 17.1.05). Mit Gemeinderatsbeschluss vom
x31.1.05 wird unser Wunsch akzeptiert und die Änderung der Grenzziehung xverfügt.
• Mit Regierungsratsbeschluss vom 15.12.04 wird uns auf unser Gesuch vom
x9. 04 eine finanzielle Unterstützung durch den Lotteriefond von Fr. 78 000.– xzugesichert.
• Am 20.1.05 wird ein Subventionsgesuch ans BUWAL eingereicht. Es werden
xFr. 91 000.– Unterstützung bewilligt.
• Am 27.4.05 wird ein Subventionsgesuch an die Stiftung Stotzer-Kästli xeingereicht. Wir erhalten eine Unterstützung von Fr. 20 000.–.
• Am 08.9.05 wird, nachdem die Finanzierung gesichert ist und alle xNebenprobleme gelöst sind, der Kaufvertrag mit Herrn Niklaus abgeschlossen xund unterzeichnet.

Der Stiftungsrat genehmigt im Zirkularverfahren den Kaufvertrag einstimmig. Die Kaufsumme kann zeitgerecht an Herrn Niklaus überwiesen werden.Mit der Anmeldung im Grundbuch wird die Stiftung Bufo nun xstolze Besitzerin des NSG Bärmatten.